Werbungskostenabzug bei pauschaler Dienstwagenbesteuerung

Bisher hat der Bundesfinanzhof nicht geklärt, ob bei der pauschalen Dienstwagenbesteuerung für Treibstoff oder für erhebliche Zuzahlungen zu den Anschaffungskosten geltend gemacht werden können. Mit dem Urteil vom 18. Oktober 2007 führte der BFH seine Rechtsprechung zu diesen Fragen anhand dreier Streitfälle fort.

Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer einen Firmenwagen zur privaten Nutzung, dann ist der damit verbundene geldwerte Vorteil als Arbeitslohn zu versteuern. Dieser Vorteil ist pauschal entweder nach der sog. 1 %- Regelung (§ 40 Abs. 1 EStG) auf der Grundlage des Listenpreises für das Fahrzeug oder auf Einzelnachweis nach der sog. Fahrtenbuchmethode (§ 8 Abs. 2 Sätze 2 ff. EStG) zu ermitteln. Die Frage ist, ob bei dieser pauschalen Besteuerung die selbst getragenen Treibstoffkosten oder die erhebliche Zuzahlung zu den Anschaffungskosten der Firmenwagen als Werbungskosten abzugsfähig sind.

Mit dem Urteil vom 18. Oktober 2007 hat der Bundesfinanzhof seine Rechtsprechung fortgeführt und diese Fragen geklärt. Der Bundesfinanzhof macht eine Unterscheidung, ob die Besteuerung nach der 1 %- Regelung oder nach der Fahrtenbuchmethode ermittelt wird.

Der Arbeitnehmer kann im Zusammenhang mit den überlassenen Firmenwagen entstandenen Aufwendungen stets als Werbungskosten geltend machen, wenn der Vorteil auf Grund des Einzelnachweises nach der sog. Fahrtenbuchmethode bewertet und einkommensteuerlich angesetzt wird.

Wird der Vorteil allerdings nach der sog. 1 %- Regelung pauschal ermittelt, sind nur die Zahlungen auf den Anschaffungskosten der Firmenwagen als Werbungskosten zu berücksichtigen. Die Zahlungen auf den Anschaffungskosten können dann in Höhe der Abschreibung als Werbungskosten geltend gemacht werden. Die vom Arbeitnehmer selbst getragenen Treibstoffkosten bleiben unberücksichtigt. Nach der Ansicht des Bundesfinanzhofes würde der Zweck der gesetzlichen Gesamtregelung verfehlt werden, wenn bei der 1 %- Regelung auch solche Individuellen Aufwendungen des Arbeitnehmers berücksichtigt werden. Denn individuelle Kosten seien weder Entgelt für die Einräumung der Nutzungsmöglichkeit noch bei der pauschalen Lohnsteuererhebung zu berücksichtigen.

Tipp:

Die vom Arbeitnemer selbst getragenen Treibstoffkosten für das überlassene Fahrzeug können nur dann berücksichtigt werden, wenn der Wert der privaten Nutzung nach der Fahrtenbuchmethode ermittelt wird.

Entstehen einem Arbeitnehmer für ein fremdes Wirtschaftsgut, das er zur Einkünfteerzielung nutzt, Anschaffungs- oder Herstellungskosten, kann er diesen Aufwand wie Anschaffungskosten eines Nutzungsrechts behandeln. Dieses Nutzungsrecht kann wie ein materielles Wirtschaftsgut abgeschrieben werden. Diese Abschreibungsbeträge sind dann Werbungskosten.

(pf)

Quelle: Pressemitteilung vom 12.12.2007

Bundesfinanzhof, Urteil vom 18.10.2007

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