Lehrer in Schleswig-Holstein: Hartz IV statt Ferien

Seit Jahren gibt es offenbar eine Tendenz, auf Kosten der Sozialsysteme „in die “ zu schicken. Auf diese Weise entlasteten und entlasten sich auch die Behörden in . Die Zahlen sind bundesweit dabei erschreckend. Quasi eine Kleinstadt voll wird hier insgesamt aus dem einen staatlichen System in ein anderes verschoben. Die Verwaltungskosten trägt die Gemeinschaft und die erforderliche Formularkram belastet die Betroffenen. In beiden Bereichen – Soziales und Bildung – dringend benötigte Gelder, werden kurzfristig zweckentfremdet. Angesichts der Vielzahl der Fälle bundesweit, droht dem Arbeitgbeer Saat ein denkbar schlechtes „Arbeitszeugnis“.

Befristete Beschäftigung Pädagogen arbeiten als Saisonkräfte

(…) Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) meldeten sich in den Sommerferienmonaten 2012 bundesweit 5400 Lehrer zusätzlich arbeitslos. In einer Analyse der Behörde heißt es: Dieser „sprunghafte Anstieg der Arbeitslosigkeit“, der nach Ende der Ferien wieder deutlich zurückgehe, falle bereits seit Jahren auf. Spitzenreiter 2012 war laut der Statistik Baden-Württemberg. Dort kletterte die Zahl der arbeitslosen Lehrer im August um satte 1400 Prozent. Auch in Rheinland-Pfalz, Bayern oder Hessen sei das Phänomen verbreitet. Hauptursache seien befristet geschlossene Verträge mit nicht-verbeamteten Lehrkräften, bei denen die Sommerferien ausgespart blieben.

Länder sparen auf Kosten der Bundesagentur für Arbeit

Dass Länder so auf Kosten der Arbeitslosenversicherung sparen, ist nicht neu: Bereits 2001 hatte der Bundesrechnungshof kritisiert, Länder würden sich „eines Teils ihrer Arbeitgeberverpflichtungen zulasten des BA-Haushalts entledigen“. Nachdem 2007 etwa 7000 zusätzliche arbeitslose Lehrer im Sommer in der Statistik aufgetaucht waren, prangerte die BA dies an. Danach gelobte etwa Hessen Besserung. Die Zahl schmolz im Sommer 2009 auf 4400. Doch 2011 waren es wieder 5800, zuletzt eben bundesweit 5400.

Ilse Schaad, Vorstandsmitglied in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, hält dies „für einen Skandal. Die Arbeitslosenversicherung ist nicht dafür da, Lehrer im Juli oder August zu bezahlen.“ Sie weist darauf hin, dass es in vielen Schulen am Anfang des Schuljahres „Notstundenpläne“ gebe, weil noch nicht alle Lehrer mit neuen befristeten Verträgen wieder eingestellt worden seien.

(…)

2011 wurde eine noch kuriosere Form der Saisonbeschäftigung bekannt: Viele der 300 Eishockey-Profis in Deutschland haben Neun-Monats-Verträge – und kassieren trotz Jahresgehältern von 100.000 Euro und mehr in den spielfreien wärmeren Monaten ganz legal Arbeitslosengeld. Das aber haben einige Vereine inzwischen abgeschafft.

Quelle: Von Thomas Öchsner in: Süddeutsche, 13. Mai 2013 – 06:19

Tausende Lehrer brauchen in den Sommerferien

(…) die Länder entlassen in den Sommermonaten Tausende befristet angestellte Lehrkräfte – auf Kosten der Sozialsysteme.

Arbeitslose Lehrer Angestellten Lehrern bleibt im Sommer oft nur der Gang zum Arbeitsamt. Jahr für Jahr müssen nach einem Zeitungsbericht Tausende befristet angestellte Lehrer im Sommer Arbeitslosengeld I oder – wegen nicht ausreichender Ansprüche aus der Arbeitslosenversicherung – kurzzeitig Hartz IV beantragen.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) meldeten sich in den Sommerferienmonaten 2012 bundesweit 5.400 Lehrer zusätzlich arbeitslos, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. In einer Analyse der Behörde heiße es: Dieser „sprunghafte Anstieg der Arbeitslosigkeit“, der nach Ende der Ferien wieder deutlich zurückgehe, falle bereits seit Jahren auf. Spitzenreiter 2012 war laut Statistik Baden-Württemberg, dort kletterte die Zahl der arbeitslosen Lehrer im August um 1.400 Prozent. Auch in Rheinland-Pfalz, Bayern oder Hessen sei das Phänomen verbreitet. (…) (dpa/cai)

Quelle: Web.de / © dpa, 13.05.2013, 11:54 Uhr

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